Der Wunsch nach dem unkomplizierten, freundlichen Begleithund hat in den letzten Jahrzehnten ganz neue, spannende Wege in der Kynologie hervorgebracht. Während auf diesem Blog bisher eher Rassen mit langer Geschichte beleuchtet wurden, geht es in diesem Beitrag um ein moderneres Phänomen: Der sogenannten Mehrrassen-Züchtung (auch Designerhunderassen). Hier wird der Elo beleuchtet, der in den letzten Jahren durch Abspaltungen wie den Chebo und den Canilo Gesellschaft bekommen hat.
Doch was unterscheidet diese genetischen „Wundertüten“, bei denen gezielt verschiedene Rassen gekreuzt wurden, von unseren traditionsreichen Reinzuchtrassen? Wer blickt bei den optisch oft ähnlichen Konzepten überhaupt noch durch?
Der Elo® – Ein kynologisches Markenkonzept auf dem Prüfstand
Die Geschichte des Elo® beginnt im Jahr 1987 in Deutschland mit einem ambitionierten und in der kynologischen Welt bis heute kontrovers diskutierten Zuchtprojekt der Gründer Marita und Heinz Szobries. Aus heutiger Sicht mischt sich in die Entstehungsgeschichte jedoch auch eine traurige Realität: Heinz Szobries war vor diesem Projekt kein erfahrener Hundezüchter. Er wurde erst durch sein kommerzielles Konzept mit dem Elo zum Züchter – und das in einer reinen, groß angelegten Zwingerzucht, bei der ein echter Familienanschluss für die Hunde kaum vorhanden war. Ein Umstand, der im krassen Widerspruch zum späteren Image des „perfekten Familienhundes“ steht. Ihr Ziel war die Erschaffung eines idealen, wesensfesten Familien- und Gesellschaftshundes: gesund, kinderfreundlich, mit hoher Reizschwelle, minimalem Bellverhalten und idealerweise ohne nennenswerten Jagdtrieb.
Um diese ambitionierten Verhaltensmerkmale genetisch zu festigen, wurde ein gezieltes Kreuzungsprogramm gestartet. Die Basis für den Groß-Elo bildeten der Eurasier (der selbst eine relativ junge Rasse ist) und der Bobtail (Old English Sheepdog), gefolgt von der gezielten Einkreuzung des Chow-Chow. Aus den Anfangsbuchstaben dieser Ausgangsrassen (Eurasier, Bobtail, Chow-Chow) leitete sich auch das anfängliche Akronym „Eloschaboro“ ab, das später zum prägnanten „Elo“ verkürzt wurde. Da die Natur bei einer solchen Mehrrassen-Kombination jedoch eine enorme optische Varianz hervorbringt, wird der Elo bis heute in zwei Fellvarianten (Rauhhaar und Glatthaar) gezüchtet.
Mitte der 1990er Jahre wurde das Konzept erweitert, um der Nachfrage nach kleineren Wohnungshunden gerecht zu werden. Für den Klein-Elo wurden die bestehenden Groß-Elo-Linien mit kleineren Rassen wie dem Pekingesen, dem Japanspitz und dem Kleinspitz verpaart. Damit floss auch hier echtes Spitz-Blut in die Zucht ein.

Das Phänomen des „Markenhundes“
Ein wesentliches Merkmal des Elo® ist sein rechtlicher Status: Der Name „Elo®“ wurde von den Begründern von Anfang an geschützt. Entgegen der landläufigen Meinung ist dieser Markenschutz auf den Namen (nicht auf die Tiere oder die Zuchtmethode an sich) jedoch kein Alleinstellungsmerkmal des Elo®. Auch der Chebo und der Niemandsländer wurden als geschützte Wortmarken eingetragen.
Er Elo ist somit kein anerkannter Rassehund im Sinne der Fédération Cynologique Internationale (FCI) oder des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), sondern ein rechtlich geschütztes Zuchtprodukt. Nur Hunde, deren Zucht und strenge Auswahl der Verpaarung lückenlos durch die Elo® Zucht- und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG) kontrolliert und dokumentiert werden, dürfen diesen Namen tragen.
Dieser straffe, zentralisierte Ansatz der EZFG verfolgt das Ziel, durch Wesenstests und gesundheitliche Pflichtuntersuchungen (wie HD-, ED- und Augenuntersuchungen) die erwünschten rassetypischen Verhaltensmerkmale der Hauptausgangsrassen Bobtail und Eurasier zu bündeln und unerwünschte Erbanlagen, wie Jagdtrieb oder Aggressionspotenzial, gezielt zu verdrängen. Für Welpenkäufer bedeutet das Markenkonzept eine gewisse Standardisierung, während klassische Rassezüchter das Verfahren aufgrund der fehlenden Unabhängigkeit eines übergeordneten Dachverbandes oft kritisch betrachten.

Wesen und Charakter: Das Zuchtideal
In der Theorie ist das Profil des Elo® exakt auf die Bedürfnisse moderner Hundehalter zugeschnitten. Hier stehen die erwünschten Eigenschaften im Fokus, die das Zuchtkonzept anstrebt:
- Der ausgeglichene Alltagsbegleiter: Ein typischer Rassevertreter soll sich durch ein überaus freundliches Wesen, eine enorme Anpassungsfähigkeit und eine bemerkenswert hohe Reizschwelle auszeichnen. Durch diese unkomplizierte Art gilt er als vielseitiger Familienhund, der sich engen Bezugspersonen treu anschließt und am liebsten überall mit dabei ist.
- Der jagd- und bellfaule Traumhund: Ein minimaler Jagdtrieb und eine geringe Bellneigung gehören zu den wichtigsten Kernzielen der Zucht. Der Elo soll ein ruhiger Hausgenosse und ein entspannter Begleiter in der Natur sein, der weder beim Anblick von Wild durchgeht noch bei jedem Geräusch anschlägt.
- Der leichtführige Anfängerhund: Das Zuchtideal beschreibt den Elo als anhänglich, lernbegierig und von Natur aus einfach zu erziehen. Er soll auch für hundeunerfahrene Menschen leicht zu führen sein und ein von Grund auf hohes Potenzial für eine sehr gute Artgenossen-Verträglichkeit mitbringen.
- Der robuste Naturbursche im pflegeleichten Pelz: Äußerlich präsentiert sich der Elo als selbstbewusster, robuster Hund mit einem dichten, doppellagigen Haarkleid. Dieses üppige Fell wird in der Theorie als pflegeleicht beschrieben und soll den Hund optimal vor Witterungseinflüssen schützen.
Was der Elo nicht ist: Realitäts-Check
Um den Elo® jenseits von Marketing-Versprechen richtig einzuschätzen, hilft der direkte Blick auf die Praxis. Als junge Mehrrassen-Züchtung bringt er eine genetische Varianz mit, die dem Idealbild oft widerspricht:
- Kein distanzloser Partygast (Das Verhalten gegenüber Fremden): Ein Elo ist im seltensten Fall ein Hund, der Fremde sofort freudig stürmisch begrüßt. Er verhält sich hierbei jedoch auch nicht wie ein klassischer Spitz, der Fremden oft misstrauisch und wachsam entgegentritt. Der Elo wählt den Mittelweg: Er bleibt Außenstehenden gegenüber erst einmal höflich reserviert und zurückhaltend.
- Keine genetische Garantie (Das Risiko der „Wundertüte“): Das Versprechen eines jagd- und bellfaulen Hundes ist keine Garantie. Da die Rasse genetisch noch nicht so homogen durchgezüchtet ist wie jahrhundertealte Reinzuchten, können Jagdtrieb und Bellneigung phänotypisch stark durchbrechen. Neben der Genetik entscheiden hier maßgeblich die Sozialisierung und die Prägung im Welpenalter.
- Kein spezialisierter Arbeitshund (Das Erbe des Bobtails): Der Elo ist von seiner Konzeption her ein reiner Familien- und Gesellschaftshund. Dennoch darf man nicht vergessen, welche Gene in diesem Mix schlummern. Besonders das Erbe des Bobtails (Old English Sheepdog) bricht immer wieder durch: Bei ihm sind Wachsamkeit und eine ernstzunehmende Wehrfähigkeit deutlich besser ausgeprägt, was sich vor allem bei den Rüden bemerkbar macht. Diese Wachsamkeit geht im Ernstfall bis zum aktiven Schutz des eigenen Menschen. Eine Eigenschaft, die beim Elo® eigentlich überhaupt nicht erwünscht ist, bei manchen Exemplaren jedoch so stark durchschlägt, dass sie unvorbereitete Halter vor massive Herausforderungen im Alltag stellt.
- Kein pflegefreier Hund (Das Problem des „Scherfells“): Das dichte Haarkleid wird in Werbeprospekten gern als pflegeleicht deklariert. In der Realität ist die Pflege jedoch hochkompliziert: Hier wurde ein klassisch doppellagiges Fell (Chow-Chow/Eurasier) mit dem kontinuierlich wachsenden Scherfell des Bobtails gekreuzt. Besonders die rauhaarigen Vertreter haben oft wenig bis gar keine schützende Unterwolle. Um dem Filz Herr zu werden, gehen einige Elo-Züchter sogar dazu über, ihre rauhaarigen Hunde im Frühjahr komplett zu trimmen.
Elos von der kleinen Oase
Der Begründer Heinz Szobries starb mit 79 Jahren im Juli 2024. In diesem Video wird seine Zuchtstätte „von der kleinen Oase“ vorgestellt:
Der Chebo – Das jüngere Zuchtkonzept für den mittelgroßen Begleiter
Die Entstehung des Chebo im Jahr 2016 war ein direkter Protest gegen die Entwicklungen im Ursprungsverein. Den Gründern und Zuchtstätten ging es damals maßgeblich an die Nerven, dass der Inzuchtkoeffizient (IK) und der Ahnenverlustkoeffizient (AVK) in der Elo-Zucht immer katastrophalere Ausmaße annahmen. Um der genetischen Verarmung entgegenzuwirken, wurde beim Chebo explizit damit geworben, gezielte Fremdrassen einzukreuzen und die Decksprünge der einzelnen Rüden streng zu begrenzen, um den Genpool breit aufzustellen.
Anatomisch wird der Chebo als harmonisch aufgebauter, mittelgroßer Hund mit mittelschwerem Knochenbau gezüchtet. Im Erscheinungsbild werden Stehohren bevorzugt. Wie seine Ursprungsrasse wird auch der Chebo in den beiden Haararten Glatt- und Rauhhaar gezüchtet, wobei farblich die gesamte genetische Palette erlaubt ist. Sein Ausdruck soll stets freundlich, offen und aufmerksam sein.r Welpen auf die Besitzer übergeht, und diese in der Verantwortung sind, durch Erziehung einen alltagstauglichen Begleiter zu formen.
Charaktereigenschaften und Zuchtziele
Das Profil des Chebo ist stark auf Alltagstauglichkeit und eine enge Bindung an den Halter ausgerichtet:
- Distanzierte Freundlichkeit: Bereits im Welpenalter soll der Chebo eine gesunde, typische Zurückhaltung gegenüber fremden Personen zeigen, ohne dabei scheu zu wirken. Im Kontrast dazu steht die tiefe, vertrauensvolle und loyale Bindung, die er zu seiner eigenen Familie aufbaut.
- Nervenstärke und Anpassungsfähigkeit: Ein hohes Maß an Umweltfurchtlosigkeit ist fest im Zuchtziel verankert. Der Chebo soll sich schnell und souverän an fremde Umgebungen oder veränderte Lebensumstände anpassen können, ohne mit Angst oder Aggression zu reagieren.
- Der „30-Meter-Radius“ (Die Orientierung am Halter): Ein faszinierender Aspekt des Zuchtkonzepts ist die extreme Orientierung am Menschen. Unabhängig vom Alter des Hundes wird angestrebt, dass der Chebo von sich aus einen engen Radius – idealerweise nicht mehr als 30 Meter – um seinen Besitzer einhält und den Fokus nicht verliert.
Das Zuchtideal im Realitäts-Check
Obwohl die gezielte Zuchtauswahl beim Chebo eine nachweislich hohe Erfolgsquote hinsichtlich dieser Wesensmerkmale aufweist, betonen verantwortungsvolle Züchter, dass es sich um biologische Zuchtziele und keine programmierbaren Garantien handelt. Kein Hund wird als perfekt fertiger Begleiter geboren.
Auch beim Chebo schlägt die Genetik der Ur-Ausgangsrassen (Eurasier, Bobtail, Chow-Chow) im Einzelfall individuell durch. Eine konsequente, liebevolle Erziehung bleibt daher unerlässlich. Diese wird von den Züchtern in der wichtigen Prägungsphase begonnen, geht jedoch mit der Abgabe des Welpen vollständig in die Verantwortung der neuen Besitzer über, die den Hund durch Training zu einem alltagstauglichen Begleiter formen müssen.
Der Chebo vorgestellt
Der Canilo® – Zurück zu den Wurzeln des ursprünglichen Konzepts
Der Canilo® spaltete sich historisch gesehen deutlich früher und konsequenter ab als andere Projekte. Getragen wurde der Neustart jedoch nur von sehr wenigen, idealistischen Züchtern (heute ist im Grunde nur noch eine aktive Zuchtstätte übrig). Die Motivation zur Neugründung war zutiefst ethischer Natur: Die Gründer lehnten die beim Elo praktizierte Zwingerhaltung strikt ab. Beim Canilo wurde verordnet, dass Welpen zwingend inmitten der Familie aufgezogen werden müssen.
Zudem setzte man ein klares Zeichen gegen die kommerzielle Ausbeutung der Zuchthündinnen: Während in anderen Vereinen Hündinnen in ihrem Leben teilweise bis zu sechsmal belegt werden, ist dies beim Canilo streng verboten. Auch die Praxis, ausgediente Zuchthündinnen im Alter einfach abzugeben, wurde untersagt – ein Canilo bleibt bis zu seinem Lebensende in seiner Familie. Die Rasse selbst gründet sich auf der Initiative einer langjährigen Elo®-Züchterin und Wesensrichterin, die nach über einem Jahrzehnt in der Elo® Zucht- und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG) eine tiefgreifende Veränderung der Zuchtkriterien wahrnahm. Durch fortlaufende Neueinkreuzungen von Bobtail, Eurasier und Kleinspitz entfernte sich der Elo® aus ihrer Sicht zu weit von dem ursprünglichen, wesensfesten Familienhund des Gründungsjahres.
Aus diesem kynologischen Richtungsstreit heraus entstand der Entschluss, eine neue, unabhängige Linie zu etablieren: den Canilo®. Das erklärte Ziel war es, auf Basis der „alten, bewährten Generationen des Elo®“ zu züchten und den ursprünglichen Charakter des Begleithundes zu bewahren, ohne die jüngeren genetischen Veränderungen der EZFG mitzutragen. Was im Alleingang begann, entwickelte sich durch den freiwilligen Zulauf weiterer erfahrener Elo®-Züchter und Deckrüdenbesitzer schnell zu einem eigenständigen Projekt.
Vereinsstruktur und Markenrecht
Im Gegensatz zum Elo® wählte die Canilo®-Zucht von Beginn an eine andere Verbandsstruktur. Die Rasse wird unter dem Dach des Allgemeinen Rassehundeclubs Deutschland (ARCD e.V.) als übergeordnetem Zuchtverband geführt. Zwar ist auch der Name „Canilo®“ als Marke rechtlich geschützt, um Wildwuchs zu verhindern, doch unterscheidet sich das Konzept in einem wesentlichen Punkt: Die Züchter erhalten von der Markeninhaberin ein kostenfreies, uneingeschränktes Nutzungsrecht, das an die strengen Zuchtbedingungen des ARCD e.V. gekoppelt ist und auch bei einem eventuellen Ausscheiden der Gründerin rechtlich Bestand hat.
Die Philosophie hinter dem Namen
Auch die Namensgebung spiegelt den kompromisslosen Fokus auf die Welpenentwicklung wider. Das Kunstwort setzt sich aus zwei lateinischen Begriffen zusammen:
- Canis (der Hund)
- Alo (nähren, pflegen, aufziehen)
Der Name Canilo® steht somit programmatisch für eine Zuchtphilosophie, die der Aufzucht und Sozialisierung der Welpen im Haus- und Familienverband höchste Priorität einräumt. Dieses optische Selbstverständnis spiegelt sich auch im geschützten Logo der Rasse wider, bei dem die Buchstabenkombination mit etwas Fantasie die Silhouette eines Hundes formt.
Das macht den Canilo so besonders
Der Niemandsländer (2018-2025)
Die Vielschichtigkeit der Szene rund um den Elo® wird durch ein weiteres, im Spätjahr 2018 ins Leben gerufenes Projekt verdeutlicht: den Niemandsländer e.V.. Gegründet von einer Vereinigung langjährig erfahrener Elo®-Züchter, basierte dieses Zuchtkonzept auf der Kernidee, die geschätzten Wesenseigenschaften des Elo® – wie Gelassenheit in hektischen Situationen, Anpassungsfähigkeit und leichte Erziehbarkeit – zu bewahren, gleichzeitig aber die gesundheitliche und genetische Perspektive völlig neu zu gestalten. Nach einer aktiven Phase von rund sieben Jahren wurde das Projekt im Jahr 2025 beendet.
Genetische Vielfalt, eher nicht
Obwohl das Werbeversprechen des Niemandsländers nach einer groß angelegten Outcross-Zucht klang, sah die Realität hinter den Kulissen ernüchternder aus. Tatsächlich handelte es sich bei den Initiatoren primär um unzufriedene Chebo-Züchter (lediglich eine Zuchtstätte kam aus der Elo-Zucht, hatte dort aber nie einen Wurf).
Kritische Stimmen aus der Szene betonen, dass trotz der Ankündigungen in der Praxis kaum echte Outcross-Verpaarungen stattfanden. Bekannt wurde lediglich eine gezielte Einkreuzung eines Samojeden. Da dieses Projekt züchterisch jedoch nicht weiterverfolgt wurde, verpuffte der genetische Effekt: Alle Welpen aus diesem Wurf wurden schlussendlich in reine Privathände abgegeben, ohne jemals Einfluss auf die Population zu nehmen.
Das Aus für die Zucht im Sommer 2025
Deutscher Spitz vs. Elo
Traditionelle Reinzucht vs. modernes Mehrrassen-Konzept
Nachdem die Facetten des Elo® und seiner Abspaltungen beleuchtet sind, folgt ein Vergleich zum Großspitz, welcher gar nicht so einfach ist. Auf der einen Seite steht der Großspitz: Eine jahrhundertealte, in sich gefestigte Reinzucht-Rasse, die heute leider auf der Liste der gefährdeten Haustierrassen steht. Auf der anderen Seite steht der Elo: Das Paradebeispiel einer jungen, gezielten Mehrrassen-Züchtung des späten 20. Jahrhunderts, konzipiert auf dem Reißbrett für die Anforderungen der modernen Gesellschaft.

Obwohl beide Rassen auf den ersten Blick das charmante Gewand eines nordischen Hundes im Urtyp-Look teilen, könnten sie in ihrer Anatomie, ihrer Kommunikation und ihrem Temperament kaum unterschiedlicher sein. Nachfolgend werden beispielhaft Merkmale gegenübergestellt um den Unterschied zu verdeutlichen.
Großspitz und Elo im Vergleich
| Kriterium | Großspitz | Elo® |
| Körperbau & Statur | Kompakter, deutlich kleiner und im Gesamtbild feiner und eleganter aufgebaut. | Insgesamt wesentlich stämmiger, kräftiger und robuster gebaut. |
| Pfoten & Fundament | Hat charakteristische, zierliche und formschöne „Katzenpfoten“. | Bringt ein schwereres Fundament und deutlich größere Pfoten mit. |
| Kopf & Ohren | Harmonischer Übergang; kleine, hoch angesetzte und extrem bewegliche Stehohren. | Stärkere Stirnpartie (ausgeprägterer Stop), mehr Schädelwölbung und größere Ohren. |
| Fell & Mähne | Zeigt die spitztypische, sehr markant und scharf abgesetzte Mähne am Hals. | Das üppige Fell hat keine so klar abgesetzte Halsmähne. |
| Körpersprache & Mimik | Zeigt eine sehr feine, vielschichtige und klare Körpersprache; nutzt die Ohren intensiv für die Mimik. | Kommuniziert optisch „gedämpfter“; setzt die großen Ohren deutlich weniger für feine Mimik ein. |
| Reaktionsgeschwindigkeit | Reagiert blitzschnell, aufmerksam und aktiv auf jede Ansprache oder Veränderung. | Agiert gelassener, aber auch langsamer; hinterfragt vor allem Wiederholungen im Training schnell. |
| Erregungslevel (Umgang mit Stress) | Fährt bei Aufregung zwar sehr schnell hoch, reguliert sich und beruhigt sich aber genauso schnell wieder. | Es braucht mehr, um ihn aus der Reserve zu locken; kommt er aber einmal in Fahrt, dauert es lang, bis er wieder herunterfährt. |
Fazit: Zwei Welten, zwei Philosophien
Am Ende dieses Einblicks wird deutlich: Der Großspitz und der Elo® – samt seinen Abspaltungen Chebo, Canilo und dem Niemandsländer – bedienen zwei völlig unterschiedliche Philosophien der Hundezucht.
Der Elo und seine Verwandten sind der mutige Versuch, eine Rasse für die veränderten Ansprüche unserer modernen, dicht besiedelten Gesellschaft auf dem Reißbrett neu zu formen. Wer sich auf diese modernen Mehrrassen-Züchtungen einlässt, bekommt einen anpassungsfähigen, oft tiefenentspannten Begleiter – muss aber gleichzeitig mit der genetischen Varianz einer noch jungen „Wundertüte“ und einem gewissen Eigensinn umgehen können.
Der Großspitz hingegen ist ein lebendes Kulturgut. Er bringt eine jahrhundertealte, genetisch fest verankerte Homogenität mit. Seine sprichwörtliche Treue, seine blitzschnelle Auffassungsgabe und seine unbestechliche Wachsamkeit sind keine Zufallsprodukte, sondern das Ergebnis Generationen überdauernder Zucht. Der Spitz fordert durch sein reaktionsschnelles Temperament und sein feines Nervenkostüm eine klare Führung, belohnt seinen Menschen dafür aber mit einer Klarheit in der Kommunikation, die ihresgleichen sucht.
Quellenangaben:
Elo® Zucht- und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG)
Bild Elo Stammbaum: https://ezfg.de/der-elo/geschichte
Bild Elos: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kleinelo-hund-rau-glatt.jpg
http://www.elo-samweis.de/
Chebo-Gemeinschaft e.V. / IG Chebo
Canilo®-Zuchtgemeinschaft
Allgemeiner Rassehundeclub Deutschland (ARCD e.V.)
Niemandsländer
https://www.vom-kappenstein.de/Niemandsl%C3%A4nder
https://www.facebook.com/Niemandslaenderzucht
Markenrecht: Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA)
Bild Elo & Großspitz: Gaby Stadler



